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Die Niederländische Volkskunst auf Ameland

1602 wurde die Vereinigte Ostindische Kompanie gegründet. Amsterdam war mit dem Hauptbüro dieser V.O.C. wegen der strategischen Lage das Zentrum der Welt. Aus dem "Westen" kam Wein, Salz, Kolonialwaren, Textilien und auch Rohstoffe wie Kreide, Schiefer und Farbpigmente. Diese Rohstoffe wurden mit Windmühlen verarbeitet oder weiter gehandelt. In den "Osten" gingen Textilien, Heringe, Salz, Wein und Luxusartikel wie Kolonialwaren und bemalte Möbel. Damals erwarb mehr als die Hälfte der holländischen Bevölkerung ihren Lebensunterhalt durch handwerkliche Tätigkeit. In den umliegenden Ländern war es ein Viertel. Auftraggeber für die Handwerker waren nicht mehr die Kirche sondern wohlhabende Bürger.

Nicht nur Holztafeln und Leinwand wurde für Bilder benötigt, auch Tabletts, Schränke und Tische wurden bemalt. 1744 klagte eine deutsche Malerzunft über die Einfuhr holländischer bemalter Möbel.

Die Bedeutung der Niederlande im internationalen Handel nahm im 18ten Jahrhundert stark ab. Die Ameländer Handelsflotte konnte sich wegen der Unabhängigkeit der Insel gut entwickeln. Sie transportierte Ladungen zwischen Amsterdam und den Ostseeländern. Dazu gehörten auch bemalte Möbel. In Schweden findet man bemalte Möbel aus Holland und auf Ameland bemalte Gegenstände aus Skandinavien.

Beddebankje Brackieren Durch den wachsenden Wohlstand auf Ameland entstand auch hier die Nachfrage nach bemalten Möbeln. Das Beddebankje war das beliebteste. In fast jedem Zimmer waren sie zu finden. Die Motive der Bemalung waren überwiegend: "Die fünf klugen und fünf dummen Jungfrauen", "Die Jagd" oder "Der Walfang". Die grau-blaue Schicht des Untergrundes ist eine Mischung aus Kreide, Schiefer, Smalte und Knochenleim. Sie wird mit einer roten und gelben Schleife aus Blumen bemalt.



Am Ende des 18ten Jahrhunderts stagniert die Produktion und der Handel dieser bemalten Gegenstände. Aber durch die Isolation der Insel und den zurück gehenden Wohlstand wurden die vorhandenen noch lange auf der Insel benutzt. Sie wurden später restauriert und übermalt, z. B. mit Schiffen. Es wurden auch einfache Beddebankjes nach alten Vorlagen hergestellt. Ähnliche Entwicklungen gab es anderswo, z. B. in Hindeloopen, etwas weniger auf Terschelling, in Workum und in einigen Küstenorten.


Neugierig über die Herkunft und Herstellweise des Beddebankjes begann der Ameländer Klaas Nobel 1978 dieses merkwürdige Möbelstück zu inventarisieren und zu untersuchen. Er stellt sie auch her genau wie das im 18ten Jahrhundert geschah. Sie werden nummeriert und haben die Größe von ungefähr: b 90 x t 37 x h 46 cm. Sie werden mit den alten Motiven bemalt.



Beddebankje Klaas Nobel 2011
Der Walfang



Über die Amelander Volkskunst ist eine CD im Laden erhältlich. Hierauf wird mit (holländischem) Text und Abbildungen an vielen bemalten Gegenständen wie Eckschränken, Klapptischen und Wiegen die Entwicklung dieser Malkunst erläutert. Mehr als 70 "Bettbänke" werden beschrieben und gezeigt. Für weitere Informationen senden Sie bitte eine e-mail



Übersetzung: T. Derdau

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